BannerKJS_14
1232567728_bc3f08818df8a8ba3c5d2118fd90ef21

Jagd Wild Natur

Jägerschaft Stade

Version 2.1

27. Juni 2009

Jagdhornblasen im Landkreis Stade

Ein historischer Rückblick

Der Bericht und die Fotos von Hans-Peter Fitschen erschienen im Mittwochsjournal des Stader-Tageblattes in der Ausgabe vom 12. Juni 2013 Die Übernahme des Beitrages auf diese Seite erfolgte nach freundlicher Genehmigung des Autors und der Redaktion vom 25. Juni 2013. 
Der Bericht wird seither ereignisbezogen von der Kreisbläserobfrau aktualisiert.

Kein alter Hut:

Das Jagdhornblasen gehört zu den Jägern und zur Jagd heutzutage wie ein gutes Gewehr und ein guter Jagdge- brauchshund.
Die Jagdhornklänge sind dabei mehr als Brauchtum und musikalischer Genuss.
Sie sind eine Ehrfuchtsbezeugung gegenüber den Tieren und ganz allgemein gegenüber der Natur.

Hörnerklang gehört heute im Landkreis Stade zur Jagd wie das Geläut der Hunde und der Knall der Gewehre.
Das war nicht immer so.
Bis in die 50er-Jahre war es gang und gäbe, dass die Jagden mit Trillerpfeife und Feuerwehrhorn oder durch lautes Zurufen abliefen.
Nur in Ausnahmefällen war das Jagdhorn mit seinem hellen Klang zu hören. In jenen Tagen war das Jagdhornblasen eine Domäne der Forstbeamten.
Doch das sollte sich ändern.

JHB_HI_01.13

Es blies ein Jäger in sein Horn

Von Trillerpfeife und Feuerwehrhorn zum Jagdsignal - Die Geschichte der Jagdhornbläser im Landkreis Stade.
(Hans-Peter Fitschen)

Landkreis. Hörnerklang gehört heute im Landkreis Stade zur Jagd wie das Geläut der Hunde und der Knall der Gewehre.
Das war nicht immer so.
Bis in die 50er-Jahre war es gang und gäbe, dass die Jagden mit Trillerpfeife und Feuerwehrhorn oder durch lautes Zurufen abliefen.
Nur in Ausnahmefällen war das Jagdhorn mit seinem hellen Klang zu hören. In jenen Tagen war das Jagd- hornblasen eine Domäne der Forstbeamten.
Doch das sollte sich ändern.


1955 beschloss der damaligen Vorsitzenden der Jägerschaft Stade, Dr. Joachim Köhne, Lehrgänge zum Erlernen des Jagdhornblasens durchzuführen.
Christoph von der Hagen aus Stade machte sich die Aus- bildung der Bläser zur Aufgabe.
Der erste Kursus fand im Winterhalbjahr 1955/56 im Hotel Bismarck in Freiburg statt.
Eine kleine Schar, die sich mit großer Begeisterung abmüht, mit dem Jagdhorn vertraut zu werden.
Auf dem Kreisjägertag 1956 trugen die jungen Bläser erst- mals stolz das Erlernte vor.
In der Harsefelder Schützenhalle erklangen vor den ver- sammelten Jägern und Gästen die „Begrüßung“ und die ent- sprechenden Jagdsignale.

Die Entwicklung des Kreisbläserkorps verlief überaus dyna- misch.
Vom Kreisjägertag 1960 protokollierte Schriftführer Oskar Roosen: „Das Anblasen durch fast 40 Jagdhornbläser war überaus eindrucksvoll. Es war eine große Freude, den Klängen zuzuhören!“

Breitenarbeit im Vordergrund.

Im Vordergrund des Unterrichts von Christoph von der Hagen stand die Breitenarbeit.
Sein Ziel war es, möglichst vielen Jägerinnen und Jägern die Jagdsignale und jagdliches Brauchtum zum praktischen Gebrauch nahezubringen, um mit dem Horn einen Jagdtag begleiten zu können.
Vom Winter 1955/56 bis 1990 hat von der Hagen Kurse zum Erlernen des Jagdhornblasen durchgeführt.
Auch Frauen und Männer aus der Reiterei beteiligten sich daran.
Mehrere 100 Frauen und Männer haben bei ihm im Laufe von fast 35 Jahren die Kunst des Jagdhornblasens erlernt. Ich gehöre auch dazu.
Er hat erreicht, dass Trillerpfeife und Feuerwehrhorn nicht mehr auf Jagden im Landkreis Stade zu hören sind.

Vom Jagdsignal zur Jagdmusik.

In der Zeitspanne von Christoph von der Hagen als Kreis- bläserobmann bildeten sich im Landkreis Stade 6 Bläser- gruppen:

1. Hagener Jagdhornbläser
2. Bläsergruppe des Hegerings Hollenbeck
3. Jagdhornbläsergruppe Kehdingen
4. Jagdhornbläsergruppe Himmelpforten-Oldendorf
5. Bläsergruppe des Hegerings Ohrensen
6. Bläserkorps „Altes Land“

Drei weitere Gruppen im Landkreis Stade sind die Stader Parforcehornbläser, eine Parforce-Horn-Gruppe der Hagener Jagdhornbläser und die Es- und Alphornbläsergruppe “Elb- hörner Stade”.

1990 übernahm Otto Meyer vom Rittergut Laumühlen das Amt des Kreisbläserobmanns.
Er war ein leidenschaftlicher, virtuoser Hornist, der auf Pless, Parforce- und Waldhorn spielen konnte. In den Gruppen, in den er auch musikalischer Leiter war, bildete und trainierte er mit großem Können und Geduld seine Jagdhornbläser und hob ihr musikalisches Niveau und Repertoire.
Die Höhepunkte seiner Amtszeit waren:

JHB_HI_01.15

Die Jagdhornbläsergruppe  Himmelpforten-Oldendorf (2015) 

1. 1991 der erste gesamtdeutsche Bundesjägertag in Stade.
Um das Becken des alten Stade Hafens versammelten sich 7.000 Jäger, unter ihnen waren circa 1.300 Jagdhornbläser auch aus den neuen Bundesländern.
Eine Großkundgebung und ein Hörnerklang, wie sie der Deutsche Jagd- schutzverband e. V. weder vorher noch nachher in einem Bundesland erlebte.
2. 1994 wurde die Hansestadt Stade 1000 Jahre alt.
Aus Anlass dieses Stadtjubiläums initiierte ich als Mitglied im Arbeitskreis „Öffentlichkeitsarbeit der Landesjägerschaft“ das „Norddeutsche Jagdhorn- bläsertreffen“. 32 Bläsergruppen mit rund 600 Teilnehmern kamen.
Sie stellten sich morgens an sechs Standorten in der idyllischen Altstadt mit Schaublasen vor. Nach einem Vergleichsblasen im Stadeum wurde am Nachmittag ein zweistündiges Jagdmusikkonzert geboten.
700 begeisterte Zuhörer honorierten mit stürmischem Applaus.

Interimsleiter nach Otto Meyer waren Gerhard Schulz und Rosi Meyer.

Holger Grote hat von 2005 - 2013 die Geschicke der Bläsergruppen als Kreis- bläserobmann geleitet. Ihm folgte im Oktober 2013 Rosi Meyer als Kreis- bläserobfrau.

Im Landkreis Stade sind heute mehr als 100 Bläserinnen und Bläser in den Gruppen aktiv.
Sie unterwerfen sich einer langwierigen und harten Übungsdisziplin, um das Jagdhorn, ein ventilloses Blechinstrument, beherrschen zu können. Bedingt durch die Bauform des Horns können sie nur eine begrenzte Anzahl von Tönen aus der Naturtonreihe hervorbringen. Das Parforce-Horn in B ermöglicht ihnen aber eine Palette von Klangmöglichkeiten im Zusammenspiel mit den Plesshörnern.
Zu der Weiterentwicklung des Jagdhornblasens hin zur Jagdmusik führte das Parforce-Horn in ES.
Sein großer Tonumfang geht über drei Oktaven.
Das Doppelparforce-Horn in ES/B-Stimmung kann durch Umstellen eines Hebels als B-Parforce-Horn (also mit den Plesshörnern) eingesetzt werden.
Ventilhörner, wie sie in den neuen Bundesländern üblich sind werden hierzulande äußerst selten eingesetzt.

Die Jagdhornbläserinnen und Jagdhornbläser im Landkreis Stade sind nicht nur ein notwendiger Bestandteil des Jagdbetriebes, sie leisten auch aus Passion einen wesentlichen Beitrag zum jagdlichen Brauchtum und zur volkstümlichen Musikpflege.
Es gibt kein Fest, keinen „runden“ Geburtstag, keine jagdliche Feier, bei denen nicht geblasen wird. Viele Jagdkonzerte werden gegeben und Hubertusmessen gefeiert.
Die Bläsergruppen im Landkreis Stade haben – wenn auch unterschiedlich – ein sehr umfangreiches jagdmusikalisches Repertoire, das geht von Jagdsignalen, Märschen, Fanfaren bis hin von Jagd- und Volksliedern.

Für alle, die das Jagdhornblasen lernen wollen, hat die Jägerschaft Stade eine Lösung: Rosi Meyer führt Grundkurse für Anfänger durch.
Interessierte können sich unter Tel.: O 41 61/ 8 10 60 oder  O 41 63/ 8081 39 direkt bei Rosi Meyer anmelden.

1994 wurde die Hansestadt Stade 1.000 Jahre alt. Aus Anlass dieses Stadtjubiläums gab es das “Norddeutsche Jagdhornbläsertreffen”. Einunddreißig Bläsergruppen mit rund sechshundert Teilnehmern haben sich daran beteiligt.

JHB_HI_03.13

(LA:051115)

[Home] [Lokales] [Über uns] [Hegeringe] [JungeJäger] [Termine] [Lernort Natur] [Naturschutz] [Hunde] [Schießstand] [Wildunfall] [Wildküche] [Jäger werden] [Wissenswertes] [Jagd & Recht] [Links] [Impressum] [Bläser (2)] [Historie] [Gruppen]