Kreisjägertag 2026

Auf dem diesjährigen Kreisjägertag der Jägerschaft im Landkreis Stade in der Festhalle Harsefeld konnte der Vorsitzende der Jägerschaft im Landkreis Stade e.V. Jens Hariefeld fast 300 Mitglieder und Gäste begrüßen und auf ein erfolgreiches Jagdjahr zurückblicken. Der Vorsitzende Jens Hariefeld geht im Weiteren auf die Entwicklung der Rebhuhnschutzprojekte, des Wiesenschutzprojektes sowie den beabsichtigten Ausbau der Projekte ein. Hervorzuheben sind beim Rebhuhn (als Vogel des Jahres 2026) der erfasste Projekterfolg mit einer Verdoppelung des Besatzes in einer Projektlaufzeit von nur 4 Jahren geführt hatte. In der Planung ist derzeit eine gemeinsame Absichtserklärung zwischen dem Naturschutzamt des Landkreises Stade, den Samtgemeinden Fredenbeck, Harsefeld, Apensen, Oldendorf und der Jägerschaft des Landkreises Stade e.V. über die Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Umwelt- und Artenschutzes. In dieser Absichtserklärung soll es um Kompensationsmaßnahmen, die Anlage und Pflege von Wegerandstreifen, Blühstreifen und naturschutzrechtlichen Ausgleichsmaßnahmen sowie Heckenpflege gehen.

Der Kreisjägermeister Axel Schuldt stellte in seinem Streckenbericht die jährlichen Zahlen der Wildtierentwicklung im Landkreis Stade vor und wies insbesondere auf die Auswirkungen der Vogelgrippe auf die Flugwildstrecke und die Myxomatose auf die Hasenstrecke hin.  Für die diesjährige Jägerprüfung seien 47 Prüflinge angemeldet, im Landkreis Stade sind die Anmeldezahlen für die Prüfungen weiterhin stabil.

Die Versammlung dankte dem Kreisjägermeister Axel Schuldt für die bisher geleistete Arbeit und nominierte ihn einstimmig für eine weitere Amtszeit 2026-2031.

Der Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen und des Deutschen Jagdverbandes Helmut Dammann-Tamke dankte den Jägerinnen und Jägern für die Teilnahme an der Demonstration im Januar 2025 und berichtete über den Sachstand der Jagdgesetznovelle. Der Bundestag hat zwischenzeitlich beschlossen, dass der Wolf im Bundesjagdgesetz als jagdbares Wild eingestuft wird. Dem liege ein 14 Jahre langer Weg zugrunde, indem die Landesjägerschaft das Wolfsmonitoring 2011 übernommen hat. Seitens der Landesjägerschaft wird ein Zwei-Säulen-Model präferiert. Die eine Säule sieht bei einem Nutztierriss vor, dass der Nutztierhalter den Riss meldet, eine Rissbegutachtung und eine Kontrolle des Herdenschutzes stattfindet und theoretisch am selben Tag die Jagdbehörde das Erlegen des Wolfes in einem Schnellabschussverfahren anordnen kann. Die zweite Säule sieht eine Jagdzeit für die Entnahme von Jungwölfen mit 40% in der Jugendklasse vor, um die Sozialstruktur des Rudels intakt zu lassen. Der Eingriff in die Jugendklasse ist laut Dammann-Tamke wildbiologisch die richtige Lösung. Allerdings muss Niedersachsen noch einen Managementplan aufstellen.

Landrat Kai Seefried dankte den Jägerinnen und Jägern für ihre wichtige Arbeit für Hege und Naturschutz im Landkreis Stade. Landrat Seefried verwies darauf, dass der Kreistag ein Förderprogramm über 100.000€ für 200 Nutria-Fallen verabschiedet hat. Sobald die Genehmigung des Kreishaushaltes vom Innenministerium vorliegt, wird die Umsetzung des Förderprogrammes umgehend erfolgen. Hinsichtlich des Wolfes geht der Landrat davon aus, dass in Niedersachsen ein ganzjähriges Bestandsmanagement sicherlich nicht zeitnah erfolgen wird.

Seit dem Kreisjägertag verfügt das Lernort Natur Mobil über einen Wolf. Auf den Lernort Natur Veranstaltungen wurden bisher die am häufigsten Fragen zum Wolf in der freien Umgebung gestellt. Jede Erklärung blieb dabei ohne die natürliche Anschauung leider im Theoretischen stecken. Im letzten Oktober kam ein junger Wolfsrüde im Heidekreis bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Durch die Vermittlung der Landesjägerschaft und mit Erlaubnis der Naturschutzbehörde konnte das tote Tier an einen professionellen Präparator übergeben werden und so für die Nachwelt erhalten werden. Der herausragend präparierte Wolfsrüde im dichten Winterpelz wurde der Lernort Natur Initiative zum diesjährigen Kreisjägertag übergeben und kann nun zur Umweltbildung der Kinder und natürlich auch der Erwachsenen eingesetzt werden. Damit soll zur Versachlichung der Debatte beigetragen werden. Schließlich können sich die großen und kleinen Besucher bei einer gefahrlosen Annäherung an das naturgetreu „ausgestopfte“ Tier einen eigenen Eindruck verschaffen und dazu viele Informationen zu Lebensweise und sozialem Verhalten der Wölfe erhalten.

Im Rahmen des Kreisjägertages fanden Ehrungen für langjährige Mitgliedschaften statt. Zudem gab es zahlreiche Ehrungen für besondere Verdienste. Mit dem DJV Wildhegeabzeichen wurden Dr. Hartwig Sulzer und Dr. Uwe Andreas für besondere Verdienste um die Wildhege ausgezeichnet.  Reinhard Klint erhielt das „Goldene Rebhuhn“, ein Verdienstabzeichen für Nichtjäger, die sich in besonderer Weise um den Erhalt der biologischen Vielfalt verdient gemacht haben. Das LJN-Naturpfleger-Verdienstabzeichen wurde an Johann Hauschild für seine Verdienste um den Schutz und die Erhaltung einer artenreichen und gesunden, freilebenden Tier- und Pflanzenwelt und die Sicherung ihrer Lebensgrundlagen ausgezeichnet. Ebenso erhielten dieses Verdienstabzeichen Dr. Peter Schneider und Dr. Sibylle Witthöft für ihr Engagement, die das Gedankengut um den rücksichtsvollen Umgang mit freilebenden Tieren und wildwachsenden Pflanzen erfolgreich an andere weitervermittelt haben. Corinna Harms wurde für die Kitzrettung im Bereich Tierschutz ausgezeichnet. Der Ehrenteller der LJN für die Förderung des Jagdhundegebrauchswesens wurde an Olaf Plehn verliehen.

Ehrungen: