Die Nutria-Population in Niedersachsen wächst trotz intensiver Bejagung weiter an. Da die Tiere durch ihre Wühltätigkeit massive Schäden an Deichen und Ufern verursachen, gefährden sie den Hochwasserschutz und auch kritische Infrastuktur wie Bahndämme. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, hat der Landkreis Stade der Jägerschaft im Landkreis Stade e.V. nun rund 200 neue Lebendfallen an die Jägerschaft übergeben.
Der Kreistag stellte dafür 95.000 Euro aus Mitteln des Hochwasserschutzes bereit. Die Fallen wurden beim Vorsitzenden Jens Hariefeld in Kutenholz angeliefert und werden nun an die einzelnen Hegeringe verteilt. Unsere Jägerinnen und Jäger übernehmen das Aufstellen der Fallen sowie die Entnahme der Tiere komplett ehrenamtlich.
„Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz“, betont der Vorsitzende Jens Hariefeld. Auch Landrat Kai Seefried zeigt sich dankbar für den flächendeckenden Einsatz der Jägerschaft als anerkannter Naturschutzverband. Dass schnelles Handeln nötig ist, verdeutlicht Kreisjägermeister Axel Schuldt: Nutrias vermehren sich rasant, bekommen mehrmals im Jahr bis zu zwölf Junge und sind bereits nach drei Monaten geschlechtsreif. Er warnt in diesem Zuge eindringlich: Nutrias dürfen auf keinen Fall gefüttert werden!
Die Bekämpfung der invasiven Art ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Das unterstreicht auch Oberdeichrichter Wilhelm Ulferts vom Deichverband der Zweiten Meile des Alten Landes, dessen Verband massiv vom Engagement unserer Jägerschaft profitiert. Bereits im Jahr 2019 hatte der Landkreis die Anschaffung erster Fallen mit 20.000 Euro unterstützt – die neue Lieferung intensiviert diese erfolgreiche Zusammenarbeit nun entscheidend.