Fast ein Jahr als Vogel des Jahres: Rebhuhn-Bestand im Landkreis Stade entwickelt sich erfreulich

Bevor im Oktober der Vogel des Jahres 2027 gekürt wird, lohnt sich ein Blick auf den aktuellen Titelträger: Seit fast einem Jahr steht das Rebhuhn als Vogel des Jahres 2026 im Fokus der Öffentlichkeit. Die Aufmerksamkeit für die stark gefährdete Feldvogelart ist wichtig, denn das Rebhuhn gilt als Sinnbild für die biologische Vielfalt in unserer Agrarlandschaft. Umso erfreulicher sind die Entwicklungen im Landkreis Stade: Hier zeigen Erfassungen und Beobachtungen in mehreren Revieren eine positive Bestandsentwicklung. In verschiedenen Revieren des Landkreises wurden in den vergangenen Jahren wieder häufiger Rebhühner beobachtet. Im Rahmen des jährlich durchgeführten Monitorings wurden im Frühjahr 2026 im Landkreis Stade 506 Rebhuhnpaare erfasst. Im Vergleich zum Vorjahr mit 437 Paaren entspricht dies einer Zunahme von 15 Prozent. Dieser Erfolg beim Rebhuhn im Landkreis Stade basiert auf Revieren der Samtgemeinden Fredenbeck, Oldendorf, Harsefeld und Apensen, wo durch die Rebhuhnschutzprojekte der Jägerschaft Stade e. V. stabil wachsende Vorkommen seit den Projektlaufzeiten festgestellt wurden. In Kutenholz konnte auf einer Fläche von ca. 1.000 ha während der ersten 4 Jahre des Rebhuhnschutzprojektes der Besatz von ursprünglich 43 Rebhühner (2022) auf 94 Rebhühner (2026) gesteigert werden zeigt die Möglichkeiten, die die Gesellschaft als Potenzial hat.
Nach Jahrzehnten des Rückgangs ist dies ein erfreuliches Zeichen und zeigt, dass die zahlreichen Bemühungen zum Erhalt und zur Verbesserung der Lebensräume Wirkung entfalten. Das Monitoring der Rebhuhnbestände erfolgt durch ehrenamtlich engagierte Jägerinnen und Jäger, die in den frühen Morgen- und Abendstunden festgelegte Beobachtungsstrecken erfassen. Dadurch können Bestandsentwicklungen über Jahre hinweg dokumentiert und Schutzmaßnahmen gezielt begleitet werden.
„Das Rebhuhn steht stellvertretend für die Artenvielfalt in unserer Feldflur. Dass sich die Bestände im Landkreis Stade mit den Artenschutzprojekten der Stader Jägerschaft zunehmen, ist ein Erfolg der gemeinsamen Anstrengungen vieler Beteiligter“, erklärt der Vorsitzende der Jägerschaft Stade Jens Hariefeld.
Das Rebhuhn war früher ein vertrauter Anblick in der niedersächsischen Agrarlandschaft. Veränderungen in der Landnutzung, der Rückgang strukturreicher Feldrandbereiche sowie ein geringeres Nahrungsangebot haben jedoch zu erheblichen Bestandsverlusten geführt. Heute gilt die Art als wichtiger Indikator für den Zustand der Kulturlandschaft. Wo sich das Rebhuhn wohlfühlt, profitieren in der Regel auch zahlreiche andere Vogelarten, Insekten und Niederwildarten. Im Landkreis Stade haben sich Jägerinnen und Jäger gemeinsam mit Landwirten, Grundeigentümern, dem Naturschutzamt des Landkreises und weiteren Partnern für die Verbesserung der Lebensbedingungen eingesetzt. Blühstreifen, Brachen, Ackerrandstrukturen und andere Rückzugsflächen schaffen Nahrung und Deckung für das Rebhuhn und viele weitere Arten.
„Die Entwicklung zeigt, dass Natur- und Artenschutz vor Ort gelingen kann, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Das Rebhuhn hat als Vogel des Jahres bundesweit Aufmerksamkeit erhalten. Diese Aufmerksamkeit sollte auch über das Jahr 2026 hinaus genutzt werden, um die biologische Vielfalt unserer Agrarlandschaft weiter zu fördern“, so Kreisjägermeister Axel Schuldt.
Mit Blick auf die bevorstehende Kür des nächsten Vogels des Jahres im Oktober sieht die Jägerschaft Stade das Rebhuhn weiterhin als bedeutenden Botschafter für den Arten- und Biotopschutz. Besonders bemerkenswert ist nämlich, dass das Rebhuhn als sogenannte Leitart für artenreiche Agrarlandschaften gilt. Wo Rebhühner vorkommen, profitieren häufig auch Feldlerchen, Goldammern, Schmetterlinge und viele andere Arten von den verbesserten Lebensbedingungen. Kurz vor dem Ende seines Amtsjahres als Vogel des Jahres 2026 sendet das Rebhuhn damit ein positives Signal aus dem Landkreis Stade. Die Jägerschaft sieht sich durch die Monitoring-Ergebnisse in ihrem Engagement bestätigt und will die Bestandserfassungen sowie die Maßnahmen zur Lebensraumverbesserung auch künftig konsequent fortführen.
Die positiven Entwicklungen im Landkreis machen Mut und zeigen, dass langfristiges Engagement konkrete Erfolge hervorbringen kann.